WOZU EIN ARBEITSJOURNAL?

Denken um zu schreiben um zu denken. Manfred Hinrich

Schreiben ist ein heuristischer Prozess. Das bedeutet, dass sich Gedanken beim Schreiben entwickeln, klären, vertiefen. Gute Gedanken werden selten in einer Nacht geboren. Sie sind meistens das Ergebnis von vielem Denken und Nachdenken, von Diskutieren, von Lesen und von Schreiben. Sie entstehen aus zahlreichen Versuchen, von denen manche fruchtbarer als andere sind. Manche werden im Laufe des Denkprozesses wieder verblassen, während andere allmählich Form und Gestalt annehmen.

Dabei haben Sie vielleicht schon beobachtet, dass Ihnen die besten Gedanken nicht unbedingt am Schreibtisch kommen, sondern beim Spaziergang, bei einer Diskussion usw. Aber Gedanken sind flüchtig: Werden sie nicht sofort aufgegriffen, läuft man Gefahr, dass sie wieder entschwinden. Darum sollte man sie sofort niederschreiben. Am besten in einem gebundenen Heft, so dass nichts verloren gehen kann: Im Arbeitsjournal oder wissenschaftlichen Tagebuch.

Was kann man im Arbeitsjournal schreiben?

-      Gedanken, Einfälle

-      Fragen, problematische Punkte

-      Definitionen von Begriffen

-      Beobachtungen, gehörte Ideen, Anregungen

-      Kurze Texte, die einen Punkt Ihres Themas behandeln

-      Gliederungsentwürfe

-      Titelentwürfe

-      Entwürfe für Einleitung und Schluss

-      Entwürfe für den ersten Satz der Einleitung oder den letzten Satz des Schlusses.

-      Wöchentliche Bilanzen

-      Probleme beim Schreibprozess

-      Reflexionen über den Schreibprozess

 



Aus: Martha Boeglin, Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt. Gelassen und effektiv studieren, München, Fink Verlag, 2007 (UTB 2927)