Erfolgreich Urlaub machen trotz Promotion – wie geht das?

Das akademische Jahr 2020-21 war eine besondere Herausforderung, sowohl geistig als auch körperlich. Egal, ob Sie wegfahren oder zu Hause bleiben, nehmen Sie sich jetzt Zeit zum Ausruhen. Ein paar Tage oder ein paar Wochen. Vor allem, wenn Sie Ihre Doktorarbeit schreiben.

Für viele Menschen ist es unvorstellbar, während des Schreibens ihrer Doktorarbeit Urlaub zu machen.

Manche haben das Gefühl, sie hätten Urlaub nicht verdient.

Andere fahren zwar in den Urlaub … ruinieren ihn sich aber aus Mangel an Organisation – oder Klarheit.

Nutzen Sie den Sommer, um neue Energie zu tanken.

Das ist der Hauptzweck eines Urlaubs: sich erholen.

Hintertreiben Sie nicht Ihren Urlaub – Sie werden Ihre ganze Energie brauchen, wenn Sie zurückkommen!

Arbeit mit in den Urlaub nehmen?

Im Urlaub zu arbeiten ist für Doktoranden keine Pflicht.

Ebenso wenig ist es verpflichtend, Arbeit mit in den Urlaub zu nehmen.

Unbedingt vermieden sollte aber, sich vorzunehmen, in den Ferien an der Doktorarbeit zu arbeiten, kiloweise Material mitzunehmen … und am Ende nichts tun.

Denn in diesem Fall wird Sie eine innere Stimme beständig an Ihre guten Vorsätze erinnern.

Sie werden sich schuldig fühlen und trotzdem nicht arbeiten – kurzum, Sie werden von einem ebenso unnötigen wie anstrengenden inneren Konflikt geplagt – brauchen Sie das wirklich??

Wenn Sie Arbeit mitnehmen, weil Sie denken, dass Sie vielleicht arbeiten wollen, sabotieren Sie Ihren Urlaub.

In den Urlaub zu fahren, ohne Arbeit mitzunehmen, ist möglich – auch während Ihrer Dissertation.

Mit Arbeit in den Urlaub zu fahren, ist nur sinnvoll, wenn Sie wirklich vorhaben zu arbeiten.

Prüfen Sie sich selbst, bevor Sie in den Urlaub fahren

Bevor Sie sich entscheiden, ob Sie Arbeit mit in den Urlaub nehmen wollen oder nicht, nutzen Sie Ihre Erfahrung: Sie kennen sich, Sie wollten wahrscheinlich schon einmal im Urlaub arbeiten.

Wenn Sie wissen, dass Sie im Urlaub nicht an Ihrer Doktorarbeit schreiben können, dann seien Sie ehrlich zu sich selbst: Entscheiden Sie sich guten Gewissens für eine Pause.

Nehmen Sie nichts mit.

Und machen Sie das Beste aus Ihrem Urlaub.

Mit einem freien Geist und einem reinen Gewissen.

Wenn Sie hingegen wissen, dass Sie in der Lage sind, täglich ein paar Stunden an Ihrer Dissertation zu arbeiten, und Sie Lust dazu haben – dann nehmen Sie sich Arbeit mit.

Aber nehmen Sie nur das mit, was Sie brauchen – erstens, um Ihr Gepäck nicht zu überladen, und zweitens, um Ihren Geist nicht unnötig zu belasten.

Entscheiden Sie im Voraus, was Sie wirklich tun wollen und können, und bereiten Sie die notwendigen Materialien vor – und nichts anderes als diese.

Urlaub: eine Gelegenheit, Abstand zu nehmen

Wissen Sie dass Urlaub von erlauben stammt? Genauer, „die alte Bedeutung ‘Erlaubnis’ wird bereits im Mhd. verengt auf die ‘Erlaubnis, sich zu entfernen’ (die ein Höherstehender gewährt)“.

Zwei Sachen sind mir hier wichtig:

  • das Erlaubnis: Sie müssen und dürfen sich erlauben, eine Auszeit zu nehemn, wenn Sie sie brauchen.
  • Urlaub hat mit Entfernung zu tun.

Wollen Sie Im Urlaub an Ihrer Dissertation arbeiten?

Das kann von Vorteil sein, da Sie hier von der täglichen Routine des Alltags befreit sind:

  • Sie haben einen freieren Kopf.
  • Der Abstand hilft Ihnen mitunter, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten oder neue Zusammenhänge herzustellen.
  • Aus der Ferne betrachtet nehmen die Sachen ihren richtigen Platz – Überflüssiges wird beseitigt.

Besonders intensiv sind die Arbeitsmomente, wenn Sie sich nur wenige Stunden der Doktorarbeit widmen und den Rest des Tages nutzen, den Kopf freizubekommen und – im Idealfall – zu entspannen.

Aber auch hier gilt: Arbeit ist nur dann zu empfehlen, wenn sie bereits die Erfahrung gemacht haben, im Urlaub effektiv arbeiten zu können.

Ansonsten ist es besser, gleich aufzugeben und die Ferien von Arbeit ungestört auszunutzen.

Einen Tipp, um Ihren Urlaub erfolgreich zu sabotieren

Bevor Sie Ihren Schreibtisch verließen, hatten Sie eine Liste mit Aufgaben erstellt, die Sie vor dem Urlaub noch erledigen wollten – aber Sie haben sie nicht alle abgeschlossen.

Und Sie sagen sich, dass Sie sich ja während der Ferien Zeit finden werden, sich mit ihnen zu beschäftigen.

Kurz: Sie wollen unerledigte Aufgaben mitschleppen.

Vorsicht: Das ist der beste Weg, Ihren Urlaub zu ruinieren!

Wenn Unerledigtes Ihren Kopf vereinnahmt

Hüten Sie sich im Urlaub vor unerledigten Aufgaben: Das wird Ihnen nur Kopfzerbrechen bereiten.

Diese Aufgaben werden Ihren Geist zwanghaft beschäftigen – und Sie somit daran hindern, Ihren Urlaub zu genießen… – schlimmer: Sie werden sie im Urlaub möglicherweise nicht antasten.

Denken Sie daran, dass nicht alles abgeschlossen sein muss, bevor Sie in den Urlaub fahren.

Unerledigtes darf Ihre Ferien nicht vergiften – Sie brauchen Enstpannung!

Haben Sie vor Ihrer Abreise keine Zeit, einige Aufgaben zu erledigen?

Vermeiden Sie es, diese Aufgaben mitzunehmen und sich einzureden, dass Sie Zeit fänden, sie zu erledigen.

Was können Sie tun?

  • Entscheiden Sie sich bewusst dafür, sie unvollendet liegen zu lassen, bevor Sie gehen.
  • Setzen Sie sich eine Frist zu ihrer Erledigung (spätestens eine Woche nach Ihrer Rückkehr aus dem Urlaub) und tragen Sie diese in Ihrem Kalender ein.
  • Wenn andere Personen beteiligt sind, teilen Sie ihnen mit, wie lange Sie Zeit haben, um die Arbeit abzuschließen.

Dies wird Ihren Geist befreien.

Heimkehr ohne Hektik?

Nach der Rückkehr aus Ihrem Urlaub sollten Sie es ruhig angehen lassen. Verlängern Sie die wohltuende Wirkung des Urlaubs.

Bewahren Sie sich den Schwung für neue Aufgaben – und erschöpfen Sie sich nicht gleich zu Beginn.

Sie haben sich gut erholt – machen Sie bei der Heimkehr nicht alles gleich kaputt!

Wie können Sie sich also organisieren, damit die Rückkehr in die Forschungsarbeit reibungslos verläuft?

Erster Arbeitstag – letzter Ferientag

  • Planen Sie den ersten Arbeitstag so, als wäre es der letzte Ferientag: Verbringen Sie ihn auf eine angenehme Art und Weise, so wie Sie es im Urlaub getan haben.
  • Beginnen Sie Ihren ersten Arbeitstag ein wenig später als sonst.
  • Vermeiden Sie es, am ersten Tag Termine zu vereinbaren.

Erster Arbeitstag, neuer Blick – drei Anregungen

Betrachten Sie Ihr Thema neu

Nutzen Sie diesen ersten Tag, um Ihr Thema aus einem anderen Blickwinkel zu untersuchen: Nehmen Sie sich 20 bis 30 Minuten Zeit, um alles aufzuschreiben, was Ihnen dazu einfällt – Ideen, Erinnerungen, Listen, Fragen. Dies ist eine gute Gelegenheit, wieder in Ihr Journal einzusteigen!

Betrachten Sie Ihr Büro neu

Sie können auch diesen ersten Tag nutzen, um Ihr Büro mit frischen Augen zu betrachten: Was können Sie an der Einrichtung ändern, damit Sie sich wohler fühlen?

Betrachten Sie Ihre Arbeitsorganisation neu

Oder vielleicht wollen Sie an diesem ersten Tag Ihre Arbeitsorganisation aus einer anderen Perspektive betrachten: Was können Sie ändern, um effizienter zu arbeiten? Dabei können Ihnen die Antworten auf diese drei Fragen helfen:

  • Was können Sie tun, um Ihre Arbeitsorganisation zu verbessern?
  • Mit welchen Maßnahmen verbessern Sie die Qualität Ihres Arbeits- und Schreibprozesses?
  • Wie können Sie Ihren neuen, anderen Blickwinkel für Ihre Arbeit nutzbringend anwenden?
  • Welche Forderungen und Aufgaben ergeben sich daraus für diese Woche? Schreiben Sie es auf ein Blatt Papier und hängen Sie es vor Ihrem Schreibtisch auf, damit Sie es immer vor Augen haben.

Damit nach dem Urlaub nicht wie vor dem Urlaub wird

Planen Sie Ihre Rückkehr.. vor dem Urlaub!

Dafür könnnen Sie zum Beispiel eine Liste der Aufgaben und Termine erstellen, die Sie in der ersten Woche werden erledigen wollen – Vorsicht: Suchen Sie soweit es geht die Gelassenheit in dieser ersten Woche!

Sie haben sich im Urlaub gut erholt – machen Sie bei der Heimkehr nicht alles gleich kaputt!

Hier finden Sie vier Tipps, um Ihre Rückkehr gut vorzeubereiten:

  • Listen Sie auf, was Sie in der ersten Woche erledigen wollen – nicht hundert, nicht fünfzig Aufgaben, höchstens zehn.
  • Wenn möglich, notieren Sie in Ihrem Terminkalender, wann Sie sie sich mit ihnen befassen möchten.
  • Machen Sie eine Liste mit den drei Dingen, die Sie am ersten Arbeitstag erledigen wollen.
  • Wählen Sie nach Möglichkeit Tätigkeiten, die angenehm und schnell zu bewältigen sind: Beginnen Sie schrittweise.

Erlauben Sie sich Urlaub!

Ob Sie Arbeit mitnehmen oder nicht, ob Sie verreisen oder zu Hause bleiben, das Wichtigste im Urlaub ist, dass Sie sich so gut wie möglich erholen.

Und dass Sie Ihre Batterien wieder aufladen.

Und natürlich, dass diese Akkus so lange wie möglich aufgeladen bleiben.

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sommer!

Haben Sie Freude!

  • 25/07/2021

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